Lebenslauf

1945 Geboren in Zürich
1952-1964 Schulen in der Region Basel, Matura Typ A
1965-1973 Zoologiestudium in Zürich, Diplom und Doktorat
1974-1975 Forschungsaufenthalt an verschiedenen Universitäten der USA
1976-2010 Forschung und Lehre an der Universität Zürich
seit ca. 1985 Verschiedene Kurse und autodidaktische Ausbildung im Schmuckhandwerk
1999 Ausstellung Werkgalerie Maur
2010 Ausstellung Prima Vista Due Horw
2018 Ausstellung Prima Vista Tre, Horw

Motivation und Hintergrund:

Von Beruf Zoologe befasste ich mich bei meiner Forschungstätigkeit an der Universität Zürich (bis 2010) mit dem Nervensystem von Tieren, speziell mit der Funktion der Facettenaugen von Insekten. Wissenschaftliches Experimentieren und Publizieren sind zwar höchst kreative Prozesse, aber ich vermisste dabei den manuell-gestalterischen Aspekt. Mitte der 80er Jahre suchte ich deshalb Ausgleich in einem Kurs für Schmuckgestaltung, und seither hat mich das Schmuckhandwerk nicht mehr losgelassen. Meine schmuck-handwerklichen Kenntnisse verdanke ich einerseits meinen Mentoren an der Migros Klubschule, Renate Meier-Schalcher, Bruce Zihler, Moritz Camenisch und besonders Albert Jung, und andererseits intensivem autodidaktischem Studium v.a. auch theoretischer Grundlagen.

Ich liebe den Prozess des Entwerfens ebenso wie die Realisierung eines Schmuckstücks. Viele meiner Kreationen habe ich nur ein Mal hergestellt, und mich dann wieder etwas Neuem zugewandt. Solche Stücke gebe ich eher ungerne her. Trägerinnen meines Schmuckes stammen vor allem aus dem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis in der Schweiz und im Ausland. Ich habe meine Werke bisher erst in drei kleinen Ausstellungen öffentlich präsentiert.

Arbeitsweise:

Ausbildung und lebenslange Berufstätigkeit als Naturwissenschaftler prägten meine Arbeitsweise auch beim Schmuck-Gestalten und -Herstellen. Sie fördern die Experimentierfreudigkeit und eine überlegte, präzise Arbeitweise. Allerdings kann die auf Fakten und Logik begründete, strenge Denkweise des Naturforschers beim Gestalten manchmal auch als Hemmnis wirken. In solchen Fällen hilft ein spielerisches Vorgehen, bei dem ich meine Hände -- nahezu selbständig -- aus Rohmaterialien, wie Karton, Alublech, Styropor, Wachs oder kleinen Spiegeln, Modelle bauen lasse. In der Ausführung arbeite ich meistens in Silber, einem Material, das ich wegen seines kühlen, aber keineswegs kalten Glanzes liebe, und nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mit dem relativ preisgünstigen Silber ungehemmter experimentieren kann als mit Gold.

Ich verwende weitgehend die klassischen Techniken der Goldschmiedekunst. Mit einigen habe ich mich vertieft auseinandergesetzt: So faszinieren mich die Möglichkeiten der Sandguss-Technik, einem echten low-tech Verfahren, welches das Giessen von Wachsmodellen mit einfachsten Mitteln erlaubt. Viel Zeit habe ich mich auch der Gestaltung von Oberflächen durch Prägung mit Hilfe von Textilien und Papier gewidmet. Verschiedene Sujets entstammen meinem naturwissenschaftlichen Hintergrund: Etwa die "Metamorphosen-Ringe" und der "Optische Schmuck". Ich bin gleicherweise fasziniert von abrupten Kontrasten und kontinuierlichen Uebergängen (Metamorphosen) in Form, Farbe und Struktur.

Ich gebe meinen Kreationen gerne Namen. Sie beziehen sich entweder auf deren Form oder eine andere, manchmal versteckte Eigenschaft, oder sie bezeichnen eine bestimmte Funktion, wie z.B. beim "optischen Schmuck". Nur in Ausnahmefällen orientiere ich mich an Arbeiten anderer (Schmuck-) Gestalter; solche Stücke habe ich mit dem Vermerk "Hommage à ..." gekennzeichnet.

Arbeitsplatz:

Ich besitze einen gut eingerichteten, privaten Goldschmiede-Arbeitsplatz. Hier gestalte und bearbeite ich meine Schmuckstücke. Für heisse und grobe Arbeiten (Löten, Giessen, Schmieden) steht mir ein mal pro Woche ein Arbeitsplatz bei einem Goldschmied zur Verfügung. Hier erhalte ich auch Rat bei technischen Fragen.

Kontakt:

  • Thomas Labhart
  • Brunnmattstr. 16
  • CH - 6048 Horw
  • Schweiz/Switzerland